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Herbert Rosendorfer

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Herbert Rosendorfer wurde am 19. Februar 1934 in Gries bei Bozen geboren, zog mit seinen Eltern von 1939 bis 1943 nach München und wurde dann, um der zunehmenden Bedrohung durch die Kriegsereignisse zu entgehen, nach Kitzbühel evakuiert. 1948 kehrte er nach München zurück, wo er nach der Matura ein Jahr Bühnenbildnerei an der Akademie der Bildenden Künste studierte, ehe er sich 1954 dem Studium der Rechtswissenschaften an der Universität München zuwandte. Nach Ablegung des Zweiten Staatsexamens arbeitete ab 1965 als Gerichtsassessor und Staatsanwalt in Bayreuth. 1967 wurde er Amtsrichter in München und ab 1993 war er Richter am Oberlandesgericht Naumburg. Seit seiner Pensionierung 1997 lebt er in St. Michael bei Eppan in Südtirol.
Rosendorfer ist unter anderem Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste und  wurde 1990 von der Ludwig-Maximilians-Universität in München zum Honorarprofessor für Bayerische Literaturgeschichte ernannt. Er erhielt mehrere Literaturpreise, u.a. 1999 den Jean-Paul-Preis des Freistaats Bayern und 2000 den Deutschen Fantasypreis „für seine phantastischen Erzählungen, in denen er in grotesk-surrealer Weise der Gesellschaft einen Spiegel vorhält“ sowie 2005 den Literaturpreis der Stadt München. Er ist Träger des Bundesverdienstkreuzes Erster Klasse, des Österreichischen Ehrenkreuzes für Wissenschaft und Kunst Erster Klasse und des Bayerischen Verdienstordens, der höchsten Auszeichnung des Freistaats Bayern.
Aus der Vielzahl seiner Romane und Erzählbände seien hier nur einige erwähnt: etwa seine satirisch-kritischen Texte zur Gegenwart (Briefe in die chinesische Vergangenheit, 1985; Die goldenen Heiligen oder Columbus entdeckt Europa, 1992) und zur jüngeren Vergangenheit (Deutsche Suite, 1972; Die Nacht der Amazonen, 1989), zu den Jugendjahren in Kitzbühel (Eichkatzelried, 1979; Vier Jahreszeiten im Yrwental, 1986; Autobiographisches, 1998), zur Musik (Der Traum des Intendanten, 1984; Don Ottavio erinnert sich, 1989), zur Literaturkritik (Ein Liebhaber ungerader Zahlen, 1994; Die Donnerstage des Oberstaatsanwalts, 2004; Der Hilfskoch oder wie ich beinahe Schriftsteller wurde, 2005) sowie über verschiedene Städte (Bayreuth, München, Rom, Salzburg, Venedig). Dazu kommen phantastisch-kritische Romane wie Der Ruinenbaumeister (1969), Großes Solo für Anton (1976), Stephanie und das vorige Leben (1977) und Kadon, ehemaliger Gott (2. Aufl. 2008). Nicht vergessen darf auch seine Deutsche Geschichte werden, die mittlerweile beim 5. Band (Das Jahrhundert des Prinzen Eugen, 2006) hält. Seine beiden jüngsten Bücher sind der Erzählband Monolog in Schwarz und andere dunkle Erzählungen (2007) und Wagner für Fortgeschrittene (2008).
Der vielseitig begabte Autor ist auch mit Kompositionen und als Maler, vor allem aber als Autor mehrerer Theaterstücke (zuletzt eine Bearbeitung von Oscar Wildes Bunbury) erfolgreich hervorgetreten. Gestorben am 20. September 2012.

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